Trauma und Strukturdefizit 

Was ist ein Trauma

Trauma Therapie

Ein psychisches Trauma ist eine subjektiv oder objektiv erlebte lebensbedrohliche Situation, die eine extreme psychische Belastung erzeugt und die mit den individuellen Fähigkeiten und Strategien nicht bewältigt werden kann. Es gibt „tragische“ Akut-Traumata (Unfälle, Naturkatastrophen, Krankheiten,…) oder Traumatisierungen, die durch Fremdeinwirkung von Personen geschehen (Gewalt, Überfälle, Missbrauch,…).

Bedeutsam ist auch, zu welchem Lebenszeitpunkt sich ein Trauma ereignet, ob während der Schwangerschaft (siehe Prä- und perinatale Traumatherapie) oder vorsprachlichen Zeit, Kindheit, Pubertät oder im Erwachsenenalter. Die Folgen von Traumatisierungen in frühen Lebensjahren wirken sich anders aus als im Erwachsenenalter, wo andere Bewältigungsmechanismen zu Verfügung stehen. 

(Spät-) Folgen, Auswirkungen von Traumata

In Situationen, die an das Trauma erinnern, egal wie banal sie scheinen (Personen, Orte, Stresserleben, Gerüche, Geräusche etc.) kann es zur „Triggerung“ des Traumas kommen. Innerlich wiederholt sich das seelische und körperliche Empfinden der früher erlebten existenziellen Bedrohung, obwohl es nicht der äußeren Realität entspricht. Dies kann sich in unterschiedlichen Symptomen, z.B. in der Form von Nachhallerinnerungen oder in Angst- und Unruhezuständen ausdrücken.

Symptome für ein seelisches Trauma sind z. B.:

Je nach Schwere der erlittenen körperlichen oder seelischen Traumatisierung kann es Wochen, Monate oder gar Jahre brauchen, um das Geschehene zu verarbeiten. Wenn die Symptome unverändert fortbestehen oder sich noch verstärken, dann ist den Betroffenen dringend empfohlen, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Traumatherapie – Behandlungsansatz bei Traumata

Die therapeutische Begleitung bei der Verarbeitung des Traumas ist eine vielschichtige Kombination von Gespräch, kunsttherapeutisches Malen und Gestalten, Imaginationen und Körperwahrnehmung. Dies geschieht in Absprache und Abstimmung mit dem Klienten und orientiert sich immer wieder neu an dem individuellen Verlauf.

Was geschieht während der Traumatherapie?

„Ersatzzwischenraum“

Figur weinendFigur mit Bär

Um die traumatische Erfahrung zu verarbeiten und zu integrieren, bedarf es einen „Ersatzzwischenraum“. Kunst- und Gestaltungstherapie sowie Imaginationen nehmen diesen inneren Zwischenraum ein und dienen als Bindemittel und mögliche Zwischenstufe für das Unaussprechliche des Erlebens und der bewussten Erinnerung. Durch das Malen, Tonen und durch Imagination kann Unbewusstes nach und nach ins Bewusstsein transportiert und ausgedrückt werden. Aus einer sicheren Distanz heraus wird sichtbar, was "damals" gewesen ist, ohne das die damit verbundenen Gefühle zu übermächtig werden. Gleichzeitig wirkt dieser Zwischenraum als Medium zwischen Amygdala und Hippocampus und ermöglicht, dass unbewusste und fragmentierte Informationen dem Bewusstsein wieder zugänglich werden.

Parallelisierung

Traumatisierung TherapieDamit ist die "Verschaltung" zweier Zeitebenen gemeint: die Gleichzeitigkeit von Damals und Jetzt (Ort, Person, Zeit).
Da es während des Traumas zu einem Wahrnehmungsabriss kommt, konnte die Beendigung des Traumas innerlich nicht vollzogen werden. Im Unterbewusstsein läuft die Traumahandlung permanent weiter und überlagert konkrete Jetzt-Situationen und Beziehungen. Um zu unterscheiden, was "Damals" ist und zu lernen, sich davon schrittweise zu distanzieren, bedarf es der Fähigkeit, in der eigenen Wahrnehmung "parallel" zum Jetzt bleiben zu können. Man kann sich dies als eine Art Wahrnehmungstraining vorstellen, in dem eine Verankerung an die Realität geübt wird. Traumatisierungen können über eine immer wieder vertiefte Parallelisierung im Heute besser gehandhabt und gelindert werden und damit Distanz zum Trauma schaffen. 

Trauma-Rekonstruktion

Erst wenn es dem Betroffenen gelingt, mithilfe des Parallelisierens gute Stabilisierung und Jetzt-Verankerung zu erlangen, ist eine Rekonstruktion des Traumas möglich. Dadurch können die früheren traumatischen Erlebnisse bewusst werden, in die höheren Gehirnstrukturen integriert und die Beendigung des Traumas abgespeichert werden. Die Rekonstruktion des Traumas wird vom Klienten selber entschieden und ist nicht unabdingbarer Bestandteil der Traumatherapie.

Körperwahrnehmung

Trauma TherapieSehr unterstützend ist, über den Körper eine Verankerung im Jetzt zu schaffen. Besonders förderlich sind die Basisübungen von Zapchen Somatics. Das Nervensystem bei Menschen mit Traumatisierungen hat verlernt, zwischen nicht bedrohlichen und bedrohlichen Reizen zu unterscheiden, wodurch ein permanenter „innerer Alarm“ erzeugt wird. Das Praktizieren von Zapchenübungen ermöglicht allmählich einen bewussten und selbstkontrollierenden Umgang mit den aus dem Trauma resultierenden Spannungszuständen. Die Handlungsfähigkeit, aktiv etwas zu tun, das sich gut anfühlt und nicht bedrohlich ist, erweitert sich und die Sicherheit in das eigene Körperempfinden nimmt zu.

Ein unverbindliches Vorgespräch kostet 50,- Euro.

Eine Therapieeinheit besteht je nach Absprache aus 60 Minuten oder 90 Minuten.
60 Minuten kosten 70,- Euro
90 Minuten kosten 100,- Euro.

Nutzen Sie mein Kontaktformular für Anmeldung und Anfragen.

Die Kosten sind leider privat zu übernehmen. Einzelne Kassen erstatten diese teilweise, deshalb empfehle ich, dies vorab mit Ihrer Kasse zu klären.